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In
der nächsten Entwicklungsstufe finden sich durch Tierkraft angetriebene
Mühlen. Der Dreh- oder Läuferstein wird mit einer Deichsel
ausgerüstet und in einem immerwährenden Kreislauf dreht das
Tier den Läuferstein auf dem Bodenstein und zermahlt dabei das
Getreide zwischen den beiden Steinen. Anstelle der Tiere wurden vielfach
auch Menschen für diese Arbeit eingesetzt.
Die nächste Stufe in der Entwicklung der Mühlentechnik stellt
die Erfindung des Wasserrades dar. Rund 3000 Jahre v. Chr. legten die
Sumerer im Zweistromland Mesopotamien Felder mit Bewässerungsgräben
an. Treträder zum Schöpfen von Wasser auf die Felder sind
bereits 1200 v. Chr. dort bekannt. Aus diesen Tretmühlen wird,
wahrscheinlich um 300 v. Chr., ein von Wasserkraft getriebenes Waserschöpfrad
entwickelt, die sog. "noria". Damit macht sich der Mensch
zum ersten Male in seiner Entwicklungsgeschichte die Naturkraft zunutze.
Das Wasserrad wird weiterentwickelt, der römische Architekturwissenschaftler
Vitruv beschreibt 10 v. Chr.den Funktionsmechanismus einer "molina",
einer Wassermühle. Dieser Meilenstein der Technikgeschichte tritt
alsbald seinen Siegeszug als damalige "High technology" durch
ganz Europa an.
Die erste Wassermühle in Deutschland wird an einem Nebenfluß
der Mosel gelegen haben. Das Vordringen der Wassermühlen bis in
den Nordseeraum vollzieht sich bis ca. 800 n. Chr. Die Müllerei
gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Einige Jahrhunderte nach den Wassermühlen kamen die Windmühlen
auf. In Deutschland kamen die ersten Windmühlen im 11. Jahrhundert
auf. Die äteste Form ist die sogennante "Bockwindmühle"
oder auch "Deutsche Mühle" genannt. Später kommen
andere, leistungsfähigere Mühlentypen hinzu, insbesondere
die "Holländerwindmühlen".
Das Ende der Wind- und Wassermühlen tritt im Zuge der Industriellen
Revolution im 19. Jahrhundert durch die Erfindung der Dampfmaschine,
des Verbrennungsmotors und des Elektromotors ein. Vollautomatisierte
Großmühlen bilden mit ihrer um ein Vielfaches größeren
Ausbaukapazität eine übermächtige Konkurrenz.
Heute sind die Wind- und Wassermühlen nahezu vollständig von
modernen Großmühlen verdrängt worden.
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