Mühlentypen

Unter Mühlentypen versteht man....

Bockmühle

Auch "Ständermühle", "Kastenmühle" oder "Deutsche Windmühle" genannt. Das gesamte hölzerne Mühlengebäude ist drehbar auf einem Bock gelagert.

Entstehungszeit: Älteste Beispiele datieren von Beginn des 12. Jahrhundert in Belgien und Nordfrankreich. Älteste Erwähnung in Deutschland 1222 in Köln.

Nutzungsarten: Zumeist als Getreidemühle, vereinzelt auch als Ölmühle, Schnupftabakmühle und Kreidemühle in Gebrauch.

Paltrockmühle

Eine Beschreibung von Rüdiger Hagen, mit einer Auflistung aller Deutschen Paltrockmühlen

Paltrockmühle neuerer Art

Auch "Neopaltrockmühle" oder "Eisenbahnmühle" genannt. Eine Neuauflage der alten niederländischen Paltrockmühle mit dem Unterschied, daß man diese Mühlen nun aus den Gehäusen älterer Bockwindmühlen umbaute.

Entstehungszeit: Gegen 1880 im heutigen Polen herausgebracht, größte Verbreitung ab den 20`er und 30`er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Nutzungsarten: Ausschließlich Getreidemühlen.

Paltrockmühle älterer Art

Das gesamte hölzerne Mühlengebäude ist drehbar auf Rollen gelagert.

Entstehungszeit: Um 1600 in den Niederlanden entwickelt. In Deutschland nur sehr gering verbreitet.

Nutzungsarten: Sägemühle, in späterer Zeit vereinzelt auch als Getreidemühle.

 

"Paltrock"

Wo kommt der Name her?

 

Der Name rührt daher, daß diese Mühlengebäude Ähnlichkeiten mit einem Gewand Pfälzischer Einwanderer in den Niederlanden zeigten, das die Niederländer "Pfalzrock" = "Paltrock" nannten.

Kokermühle

Auch "Wippmühle" oder " Holländische Jungfer" genannt. Im Prinzip wie eine Bockmühle, nur das der Bock ein verkleidetes Gehäuse hat und sich die Maschinen dort befinden statt im drehbaren Mühlenkasten. Der den Mühlenkasten tragende aufrechte Ständer hat eine Durchbohrung, die ihm das Aussehen eines Köchers (Kokers) gibt. Die Durchbohrung dient zur Führung der Antriebswelle in das Bockhäuschen.

Entstehungszeit:
Erstmals zu Beginn des 15. Jahrhundert in den Niederlanden erwähnt.

Nutzungsarten: Hauptsächlich als Wasserschöpfmühle zum Be- und Entwässern gebaut, später jedoch auch als Getreidemühle, Ölmühle, Farbmühle, Schnupftabakmühle und Sägemühle in Gebrauch.

Zylindrische Turmmühle

Auch "Mittelmeertyp" genannt. Bestehend aus einem zylindrischen gemauerten Turm mit einer ursprünglich feststehenden, später drehbaren Kappe.

Entstehungszeit:
Älteste Beispiele datieren aus dem 13. Und 14. Jahrhundert. In Deutschland haben sich ältere Mühlen dieser Art besonders in den Rheinlanden erhalten, in modernerer Form auch in den östlichen Landesteilen relativ häufig.

Nutzungsarten: Hauptsächlich Getreidemühlen, jedoch auch als Ölmühle, Sägemühle und Schnupftabakmühle.

Holländer-Mühle

Ein zumeist achteckiges, sich nach oben verjüngender Holzturm mit drehbarer Kappe. Bei Holländermühlen unterscheidet man zwischen "Galerieholländer", "Erdholländer", Kellerholländer", "Bergholländer" und "Dachholländer".

Entstehungszeit: In der 1. Hälfte des 16. Jahrhundert in den Niederlanden.

Nutzungsarten:
Hauptsächlich Getreidemühlen, jedoch auch als Ölmühle, Farbmühle, Sägemühle, Wasserschöpfmühle, Kreidemühle, Gipsmühle und Schnupftabakmühle.

Turm- Holländer

Ein massiver, sich nach oben verjüngender Turm mit drehbarer Kappe. Kommt mit runden oder eckigen Grundriß vor.

Entstehungszeit:
Wahrscheinlich kurz nach Einführung der hölzernen Holländermühle. In Deutschland hat sich dieser Typ im Rheinland, im südlichen Niedersachsen und in den östlichen Landesstreifen in größerer Zahl durchgesetzt.

Nutzungsarten:
Hauptsächlich Getreidemühlen, jedoch auch als Ölmühle, Farbmühle, Sägemühle, Wasserschöpfmühle, Gipsmühle, Kreidemühle und Schnupftabakmühle.

Schiffsmühle

Ist eine auf Flüssen Transportable Wassermühle.

Scheunen- Mühle

Eine in eine Scheune eingebaute Windmühle, wobei sich das Flügelwerk als Windrad ausgebildet in einen oder zwei Scheunentoren befindet.

Wassermühle

Motormühle

Dampfmühle