Die Niedersächsische Mühlenstraße

Reisewege zu 90 Mühlen in der Lüneburger Heide

Ein Beitrag zur Erhaltung des Kulturgutes Mühle in Niedersachsen

Mühlen gelten als die ersten Maschinen der Menschheitsgeschichte und üben einen starken und anziehenden Reiz auf die Menschen unserer Zeit aus. Es liegt daher nahe, Kulturtouristen aller Alters- und Bildungsgruppen Wege zu den Stätten noch vorhandener Zeugen eines einst blühenden Gewerbes zu weisen. Im August 1996 wurde von der Bezirksregierung Lüneburg im Celler Schloß die Kulturtourismusaktion "Schätze des Bodens" ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde ein Vorschlag entwickelt, der die Einrichtung einer touristischen Reiseroute vorsah, mit der Mühlen aller heutigen Nutzungsformen miteinander verbunden werden konnten. Seit November 1996 hat sich unter der Trägerschaft des Mühlenförderverein Lüneburg e.V. eine aus Vertretern der Landkreise Lüneburg, Lüchow - Dannenberg, Uelzen und Celle bestehende Arbeitsgruppe (Mitarbeiter von Kreisbehörden, ländlichen Museen, Heimatpfleger, Angehörige von Mühlen- und Heimatvereinen), der seit Anfang 1999 auch der Landkreis Harburg angehört, mit der Planung einer touristischen Reiseroute befaßt, die unter dem Namen "Die Niedersächsische Mühlenstraße" die Standorte von 90 Wind- und Wassermühlen in der nord-östlichen Region Niedersachsens verbindet und auf einer Länge von 850 km die genannten Landkreise durchquert. Durch die Teilnahme von Mühlen an der Peripherie dieses Gebietes z.B. in Burgdorf, Ldk. Hannover und in Ovelgönne, Ldk. Stade, wurden Verknüpfungspunkte geschaffen, die eine Weiterführung der Route in westliche und südliche Regionen Niedersachsens und damit eine flächenhafte Ausdehnung im gesamten niedersächsischen Gebiet ermöglicht. Aber auch eine Anbindung der Mühlenlandschaften in den nördlich angrenzenden Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wird erstrebt und soll damit langfristig zu einer länderübergreifenden Mühlenroute in Norddeutschland führen.

Für die Restaurierung von Mühlen entlang der Route wurde ein Gemeinschaftspool geschaffen, der vom Mühlenförderverein Lüneburg e.V. getragen und verwaltet wird und dem insgesamt 17 Mühlen der Niedersächsischen Mühlenstraße angehören. Mit einem Bauvolumen von 1,7 Mio. DM werden im Rahmen dieses Pools an den beteiligten Mühlen notwendige Baumaßnahmen zur Restaurierung und Sanierung vorgenommen und Leistungen zur Infrastruktur der Mühlenroute (Beschilderung) erbracht. Diese Maßnahmen werden mit Mitteln aus dem EU-Gemeinschaftsprogramm LEADER II kofinanziert. Die Restaurierungsarbeiten an den Mühlen haben im Sommer 1998 begonnen und werden im Laufe des Jahres 2000 abgeschlossen sein.
Zur Vermarktung des Projektes wurde ein Faltprospekt bereits in 2. Auflage mit einer Gesamtstückzahl von 140.000 Expl. herausgebracht. Eine 142-seitige Broschüre ist als Reiseführer unter dem Titel: Mühlen zwischen Elbe und Aller, von Tilman Grottian, im Christians Verlag, Hamburg, erschienen und bietet neben einer jeweils ganzseitigen Darstellung in Text und Bild aller 90 Mühlen eine Betrachtung zur historischen Entwicklung des Mühlenwesens und eine Schilderung der Mühlenlandschaft in den beteiligten fünf Landkreisen. Ein Kartenteil zu jedem Landkreis gibt eine Orientierungshilfe zum Auffinden der Mühlenstandorte und der Streckenführung der Route. Hinweise auf weitere bedeutende kulturhistorische Sehenswürdigkeiten entlang der Niedersächsischen Mühlenstraße vervollständigen den Inhalt des mit mehr als 100 Farbbildern ausgestatteten Reiseführers.
Mit einer wissenschaftlichen Dokumentation, die z.Zt. von zwei Lüneburger Historikern erarbeitet wird und Ende 2000 als Buch ebenfalls im Christians Verlag, Hamburg, erscheinen soll und einem jährlichen Veranstaltungskalender wird das Informationsangebot zur Niedersächsischen Mühlenstraße abgerundet und vervollständigt.
Der erste Abschnitt der Niedersächsischen Mühlenstraße wurde anläßlich des Deutschen Mühlentages 1998 durch den damaligen niedersächsischen Landwirtschaftsminister, Herrn Karl-Heinz Funke, im Beisein der Präsidentin des Regierungsbezirkes Lüneburg, Frau Ulrike Wolff-Gebhard an der Windmühle Bardowick eröffnet.
Textauszug aus der Reisebroschüre "Mühlen zwischen Elbe und Aller" :

Die Niedersächsiche Mühlenstraße zeigt dem Reisenden nicht allein die reiche Mühlengeschichte dieser Region. Sie führt zugleich tief in das "Hinterland" mit seiner überraschenden landschaftlichen Vielfalt und zu mancher bekannten oder heimlichen Sehenswürdigkeit am Wege. Die Mühlen dienen dabei als Wegweiser. Sie führen uns in kleine Dörfer, in verborgene Wiesentäler und in das Herz historischer Fachwerkstädte. Reisende finden hier (ehemalige) Kornmühlen ebenso, wie frühere Säge-, Öl- und Flachsmühlen. Betriebsfähige Museumsmühlen sind ebenso vertreten, wie liebevoll ausgebaute "Wohnmühlen". Moderne Mühlenbetriebe finden sich und andere, in denen alles noch steht, wie am letzten Betriebstag. Gegenwart und Vergangenheit begegnen sich so auf immer neue Weise in einem vielfältigen Wechselspiel zwischen den Mühlen und ihrer Umgebung. Ob mit dem Rad, dem Auto oder zu Fuß: immer warten neue Eindrücke auf den Reisenden, öffnen sich neue Einblicke in die Landschaft und ihre Geschichte. Die Reise entlang der Mühlenstraße wird zu einem echten Erlebnis, der Reisende selbst zum Entdeckungsfahrer.


Faltprospekt kostenlos
erhältlich bei:
Lüneburger Heide Tourismus GmbH,
Barckhausenstraße 35
21335 Lüneburg
Tel. 04131-73730
Fax:04131-42606
www.lueneburger-heide.de
oder:
Mühlenförderverein Lüneburg e.V.
Email : HThiemann@t-online.de

Tilman Grottian
"Mühlen zwischen Elbe und Aller"
Christians Verlag, Hamburg.
Erhältlich im Buchhandel 18,00 DM
ISBN 3-7672-1340-0
oder :
Mühlenförderverein Lüneburg e.V.
Email : HThiemann@t-online.de