Der Mehldieb  

Der Müller in die Mühlen trat,
er wünscht den Säcken einen guten Tag,
er tät ihn` die Lauten schlagen,
und welcher Sack nicht tanzen will,
den nimmt er bei dem Kragen, laß traben!
Der Baur schnell in die Mühlen schreit:

Müller, hast mir das Mehl bereit?
Du hast mirs halb gestohlen.

Du leugst, du leugst, du grober Baur,
es ist in der Mühlen verstorben.

Der Baur wohl aus der Mühlen trat,
das Annelein ihm die Wahrheit sagt:

Du hast der Kleien vergessen.

Ach nein, ach nein, liebes Annelein,
des Müllers Schwein habens gessen.

Die Müller haben die besten Schwein,
die in dem Lande mögen sein,
gemäst` aus der Bauern Säcken;
da muß sich mancher armer Baur
sein Mägd und Knecht früh aufwecken.

Der Müller gäb ein Batzen drum,
daß man ihms Liedlein nimmer sung,
er tuts gar übel hassen,
singt man das in der Stuben nicht,
so singts man auf der Gassen.

Der uns das Liedlein neue sang,
ein grober Baur ist er genannt,
er hats gar wohl gesungen;
er hat drei Säck in die Mühlen getan,
seind ihm zwen wieder kommen, ja kommen.

unbekannt