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Als
die sieben Mühlen vor Stettin Namen bekommen sollten, zog der Rat
der Stadt geschlossen vor das Tor und besichtigte alle Mühlen.
Die Inspektion ergab, daß die erste der Mühlen vortrefflich
lief und gut für das Braumalz des Ratsherrenbieres geeignet war.
Darum erhielt die erste Mühle den Namen "Malzmühle".
Die zweite Mühle kam nicht so recht voran; sie taugte gerade noch
zur Futtermühle für Körner fürs Federvieh. Darum
taufte der Rat sie "Kückenmühle".
Als der Rat zur dritten Mühle schritt, erscholl der Ruf des Kuckucks.
Man entschloß sich kurzerhand die Mühle "Kuckucksmühle"
zu nennen.
Aus der vierten Windmühle schaute des Müllers Weib griesgrämig,
streitsüchtig und sehr unfreundlich heraus. Der Rat machte einen
leichten Bogen um diese Mühle und nannte sie "Sursackmühle",
nach dem Sursack, einem Spielverderber.
Aber in der fünften Mühle wurde der Rat dann gastfreundliche
bewirtet und beschenkt, deswegen bekam die Mühle den schönen
Namen "Motgebermühle".
Die sechste Mühle stand günstig im Wind und klapperte lustig
vor sich hin. Sie bekam den Namen "Klappermühle".
Inzwischen war der Rat der Stadt Stettin schon mächtig ermattet
und ermüdet. So verzichtete er auf die Erklimmung des letzten Hügel
und nannte die siebte Mühle schlicht "Obermühle".
Sage hin – Sage her: Die Namen haben sich bis auf die heutigen Tage
erhalten.
Aus
Norddeutsche Mühlensagen von Reiner Rump Verlag: Otto Heinevetter
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