Der Spitzbube in der Windmühle


Nahe Magdeburg steht auf einem Hügel eine Windmühle. Als sie schon sehr baufällig war, ließ der Müller einen Mühlenbauemeister kommen, welcher Reparaturen vornehmen sollte.
Der Mann verstand sein Handwerk, doch verschwand alsbald das eine und das andere Teil von der Mühle. Nun beschloß der Müller, dem Übel Einhalt gebieten. Zum Glück verstand er sich auf das Bannen.

Eines Tages sah der Knappe, als er aus dem Mühlenfenster blickte, einen Bauern stocksteif vor der Mühle stehen. Wie festgemauert stand er dort, mit einer Axt über den Schulter, die er aus der Mühle gestohlen hatte.
Der Knappe lief nun zum Müller, welcher erfreut herbeitrat, dem Dieb die Axt abnahm und ihm ein paar deftige Tatzen versetzte. Dann erst löste er den Bann von dem diebischen Bauern, welcher zu Tode erschreckt davonlief.
Da sich eine solche Sache schnell herumspricht, blieb die Mühle fortan von Dieben und Strolchen verschont.

 

Aus Norddeutsche Mühlensagen von Reiner Rump Verlag: Otto Heinevetter