Es
rauschen und raunen die Winde
und singen ihr stürmische Lied.
Ich möchte mich drehen geschwinde
und kann doch nicht rühren ein Glied.
Ich
war von Zeiten behende
Und drehte mich hurtig geschwind!
Wie hab ich getanzt ohne Ende,
wo immer regte sich der Wind!
Der
Himmel, er hing voller Geigen
wir trieben ein neckische Spiel.
Ich hüpfte und tanzte den Reigen,
es wurde mir niemals zuviel.
Ich
hab in endlosen Jahren
Dem Menschen nur Segen gebracht,
denn, kamen die Wagen gefahren,
beladen mit kostbarer Fracht,
Da
mahlt ich in emsigem Schaffen
die goldenen Körner zu Schrot.
Doch über dem Tanzen und Raffen
ereilt mich unmerklich der Tod.
Die
Flügel sind mir längst zerfallen,
vom Sturm die Laken zerfetzt.
Die Winde sind mit ihren Vasallen,
sie haben zu Tod mich gehetzt.
Wenn
heuer die Lüfte mich kosen
Und streicheln mit zärtlicher Hand,
wenn Winde mich stürmisch um tosen,
dann schau ich weinend ins Land.
Wie
war ich vor Zeiten behende
und drehte mich hurtig geschwind!
Doch nun ist mein Leben zu Ende,
das weckt niemals wieder der Wind!
Aus
"Der volle Sack" von Ekkehard Sellschopp