Mühlen in Niedersachsen und Bremen

Niedersachsen zählt zu den großen Flächenländern und erstreckt sich durch die norddeutsche Tiefebene von den Badestränden der Nordsee über die Lüneburger Heide bis in die Mittelgebirgslandschaft des Harzes. Wenngleich es sich aufgrund der Küstenlage und der geologischen Beschaffenheit um eine für Windmühlen günstige Region handelt, überwiegt doch überraschenderweise die Zahl der Wassermühlen. Das hängt im wesentlichen mit den flußreichen und stärker besiedelten südlichen Landesteilen zusammen, aber auch mit dem Tatbestand, daß Wassermühlen bereits im 9. Jahrhundert in Betrieb waren, während Windmühlen erst ab dem 13. Jahrhundert errichtet wurden.

Die ersten Windmühlen in Niedersachsen waren Bockmühlen, die im Laufe der Jahrhunderte allerdings großflächig immer mehr von den Holländermühlen verdrängt worden sind. So ist die Zahl der heute noch vorhandenen Bockmühlen und der daraus entwickelten Paltrockmühlen gering im Vergleich zu den noch existierenden Holländermühlen aller Art.

Eine Vielzahl von Mühlenfreunden bemüht sich bereits seit den fünfziger Jahren intensiv um die Erhaltung der Mühlen. Auf diese Weise konnten zahlreiche Mühlen vor dem Verfall bewahrt werden. Um 1990 wurden in Niedersachsen noch rund 800 Wassermühlen und 600 Windmühlen gezählt, und in einigen Regionen wie Ostfriesland sind in den letzten 5 Jahren sogar abgebrochene Windmühlen wieder aufgebaut worden.

Die Hansestadt Bremen ist das kleinste Bundesland und seit Jahrhunderten eng mit Handel und Seefahrt verbunden. Umgeben vom Flächenland Niedersachsen bildet Bremen mühlenlandschaftlich eine Einheit mit diesem. Mühlen fanden neben der Getreidemüllerei in zahlreichen Handwerks- und Industriezweigen Verwendung, einschließlich zur Entwässerung von Niederungsgebieten in den eingedeichten Küstenregionen.

Von den vormaligen Wassermühlen in der Hansestadt Bremen ist leider keine erhalten geblieben. Die Stadt verfügt aber heute noch über fünf Windmühlen, die sich in einem recht guten Zustand befinden.

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