Mühlen in Rheinland-Plalz und Saarland

Die Täler des Rhein und der Mosel und die an ihren Ufern aufstrebenden Mittelgebirge Eifel, Hunsrück und Westerwald bestimmen die Landschaft von Rheinland Pfalz. Mainz, heute Hauptstadt und Herz des Landes, wurde einstmals von den Römern gegründet. Die fremden Herren aus dem Süden brachten den Wein und das gesamte technische Wissen der damaligen Zeit mit. In Rheinland-Pfalz stand die Wiege der Mühlentechnik in Deutschland und die von hier ausgehende Christianisierung des Ostens bewirkte auch das Weitertragen der neuesten technischen Entwicklungen. Am Machtwort des mächtigen Erzbischofs von Mainz kam selbst der Kaiser nicht vorbei.

Auch die seit der Gründung der Abtei Marienstatt durch den Zisterzienserorden betriebenen ersten Wassermühlen an der Nister gehörten zu den großen Fortschritten der damaligen Zeit.

Die zahlreichen Flüsse und Bäche boten gute Voraussetzungen zur Anlage von Wassermühlen. Dabei wurden überwiegend oberschlächtige Wasserräder gebaut. Mittel- und unterschlächtige Räder waren weniger bekannt.

Auch das Saarland, als kleinstes der Flächenländer, verfügt über eine ähnliche Oberflächenstruktur wie sein großer nordöstlicher Nachbar. Die Mittelgebirgslandschaft der Hunsrückausläufer und die überwiegend hügeligen Regionen mit ihrem landwirtschaftlichen Charakter bildeten gute Voraussetzungen für die Anlage von Wassermühlen.

Naturraumindustrialisierung, aber auch das Mühlen-Stillegungsgesetz, führten insbesondere in der Zeit nach 1959 zum erheblichen Rückgang der Mühlen.

Heute gibt es in Rheinland-Pfalz und im Saarland nur noch sehr wenige Mühlen, die jedoch zum größten Teil von ihren Besitzern liebevoll gepflegt werden. Die Erkenntnis, dass dem Raubbau an Bewahrenswertem entgegengesteuert werden muss, hat auch hier merklich zugenommen.

Neben den wenigen noch gewerblich genutzten Mühlen sind es gerade die musealen Schauanlagen, die den nachfolgenden Generationen die Kenntnisse um das technik und sozialgeschichtliche Umfeld der Müllerei vermitteln.

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