Mühlen in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein, von zwei Meeren und dem Urstromtal der Elbe eingerahmt, besteht zu einem Drittel aus den dem Wasser abgerungenen Marschen und zu zwei Dritteln aus dem Formenschatz der letzten beiden Eiszeiten. Die windreiche Küstenlandschaft der Marschen und die hügelige lebendige Moränenlandschaft mit den Gehölzen der Feldraine, den sogenannten Knicks, sind typisch für das nördlichste Bundesland.

Die Mühlenlandschaft Schleswig-Holsteins wurde annähernd zu gleichen Anteilen von Wind- und Wassermühlen geprägt. Nach der Verdrängung der Bockwindmühlen bestimmen die Holländermühlen das Bild, wobei sie an der flachen windreichen Westküste meist als kleine Bergholländer und im östlichen Hügelland sowie im Hamburger Raum als ein- bis dreistöckige Galerieholländer errichtet wurden.

Zur Blütezeit der Mühlen im 19. Jahrhundert gab es in Schleswig-Holstein ungefähr 1000 Mühlen, dazu einige hundert Wasserschöpfmühlen (Kokermühlen).

Der Niedergang der Wind- und Wassermüllerei verschonte auch den Norden nicht. So ging die Anzahl der betrieblich genutzten Windmühlen von 30 im Jahre 1960 auf 11 in 1967 zurück. Schließlich gab es keinen Berufsmüller mehr, der mit einer Windmühle seinen Lebensunterhalt verdiente.

Schon 1960 schlossen sich traditionsbewusste Müller zu einem Verein zusammen, um Mühlen auch nach ihrer Stilllegung zu erhalten. Umnutzungen zu Museen, Wohnungen, Gaststätten usw. retteten in den sechziger und siebziger Jahren den verbliebenen Bestand. Mit erheblichen privaten und öffentlichen Mitteln gelang es zwar, viele Mühlen vor dem Verfall zu bewahren, aber die Mühlenmaschinerie blieb in den meisten Fällen Nebensache. Erst in jüngster Zeit ist es gelungen, auf Privat- oder Vereinsbasis einige der großen Windfänger oder Wasserkraftanlagen soweit herzurichten, dass das Prädikat "voll funktionsfähig" tatsächlich bedeutet: es wird mit ihnen gearbeitet.

Insgesamt werden heute in Schleswig-Holstein und Hamburg annähernd 100 Wind und Wassermühlen geschätzt und erhalten.

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