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„Via Molina Pomerania“ aus der Taufe gehoben

Eröffnung der neuen deutsch-polnischen Kulturstraße

Von Gerald Bost, Berlin

Barlinek. Mit einer neuen grenzüberschreitenden Kulturstraße wird die Mühlenlandschaft in Nordostdeutschland und Nordwestpolen gemeinschaftlich erlebbar: Die „Via Molina Pomerania“ verbindet 29 historische Mühlen – darunter Wind-, Wasser- und Motormühlen – sowie ein Freilichtmuseum mit einer umfangreichen Sammlung von Mahlsteinen. Die Eröffnungsfreier war am 18. April 2026 in der Papiermühle „Młyn Papiernia“ in Barlinek, etwa 30 Kilometer südöstlich von Gorzów, Wielkopolski, Polen.

Die Projektleiterin Olga Kuliga, sowie Torsten Rüdinger (Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg) und Malgorzata Cykalewicz von der Mühle in Barlinek, begrüßten die zahlreichen Gäste. Adam Rudawski (Woiwode der Region Westpommern) und Bernarda Lewandowska (Bürgermeisterin von Barlinek) fanden lobende Worte für dieses länderübergreifende Projekt. Damit ist die „Via Molina Pomerania“ mit einer Gesamtlänge von ca. 1800 Kilometern eine der längsten Mühlenstraßen im europäischen Verbund der Via Molina, bestätigte Jan-Ludwig Bauditz, vom Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern. Sie erstreckt sich von Woldegk im Westen bis nach Golce im Osten. TIMS-Repräsentant Gerald Bost würdigte, dass enorme Anstrengen von allen Beteiligten östlich und westlich der Oder ausgegangen sind, um dieses Projekt zu realisieren. Die Mühlen der „Via Molina Pomerania“ werden in Zukunft alle das markante Ehrenschild am Gebäude tragen.

Die Route ist Teil der europäischen Kulturstraßeninitiative „Via Molina“, die 2018 von den Mühlendachverbänden der Niederlande, Dänemark und Deutschland gegründet wurde. Ziel ist es, Mühlen unterschiedlicher Nutzung in Europa sichtbarer werden zu lassen und durch thematische Routen zu verbinden. Geplant sind Angebote für Auto-, Rad- und Wandertourismus, die Technikgeschichte und regionale Kultur miteinander verknüpfen.

Die Idee zur Entwicklung einer regionalen, grenzüberschreitenden Kulturstraße „Via Molina Pomerania“ entstand 2022 in Mecklenburg-Vorpommern. Initiiert wurde das Projekt vom Mühlenmuseum Woldegk und dem Verein der Bockwindmühle Storkow. Gemeinsam mit der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V. sowie dem polnischen Partnerverein „Młyn Papiernia“ in Barlinek wurde die Route entwickelt. Sie umfasst erstmals auch Mühlenstandorte in der polnischen Woiwodschaft Westpommern und orientiert sich an der deutsch-polnischen Euroregion Pomerania („Pommern“).

Ziel des Projekts ist es, das kulturelle Erbe der Mühlen stärker sichtbar werden zu lassen sowie die Zusammenarbeit von Akteuren zur Erhaltung und Nutzung von Mühlen in der Region zu fördern. Das Projekt läuft von Mai 2024 bis April 2026. Es wird durch die Europäische Union im Rahmen des Interreg VI A Kleinprojektefonds gefördert. Das Projekt wird aus Mitteln des Landes Brandenburg kofinanziert.

Zwei weitere Via Molina-Routen in MV 

Es gibt bereits weitere Via Molina-Initiativen, deren engagierte Mühlenfreundinnen- und -freunde der Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern unterstützt und die von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) als Routen bereits bestätigt  sind. 

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