DGM-Jahrestagung 2026 in Bad Langensalza: Neue Satzung diskutiert und Mühlenengagement gewürdigt
Bad Langensalza (rpi/cme). Vom 5. bis 7. Juni 2026 fand die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) in Bad Langensalza statt. Gastgeber war der Thüringer Landesverein für Mühlenerhaltung und Mühlenkunde e.V. unter Leitung seines Vorsitzenden Dr. Thomas Schwarick. Die Schirmherrschaft hatte Thüringens Ministerpräsident Dr. Mario Voigt übernommen. Ein Vertreter der Regierung dankte in seinem Grüßwort der DGM und allen Landes- und Regionalverbänden für den Erhalt des Kulturgutes Mühle, weil es einzigartige Technikgeschichte erlebbar macht.
DGM-Präsident Reinhold Pillich begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem traditionellen Müllergruß „Glück zu“. In seiner Eröffnungsrede dankte er dem Thüringer Organisationsteam für die hervorragende Vorbereitung der Tagung und würdigte dessen ehrenamtliches Engagement für den Erhalt der Mühlenkultur.
DGM-Preis an Mühlenfreund Christian Höbel
Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des DGM-Preises der Anneliese-Schücking-Stiftung. Ausgezeichnet wurde der Mühlenexperte Dipl.-Ing. Christian Höbel für seine herausragenden Verdienste um die Erhaltung historischer Mühlen und Mühlentechnik. Pillich hob insbesondere Höbels langjähriges Wirken beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe sowie seine zahlreichen Veröffentlichungen und Dokumentationen hervor.
In seiner Tätigkeit als Referent für Technische Kulturdenkmäler beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurde Christian Höbel zu einem der bedeutendsten Kenner für Mühlen und Mühlentechnik. "Viele Mühlen verdanken ihren Erhalt seiner fachkundigen Beratung und Unterstützung. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst hat er an zahlreichen Publikationen und Dokumentationen federführend mitgewirkt und somit einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des technischen Kulturerbes Mühlen geleistet; so DGM-Präsident Pillich.
Auf Höhepunkte im Jahr 2025 geblickt
Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung standen die Berichte des Präsidiums sowie wichtige Entscheidungen zur Zukunft des Verbandes. Geschäftsführer Friedrich Rohlfing präsentierte die Jahresrechnung 2025, den Geschäfts- und Kassenbericht sowie den Haushaltsplan für 2026. Nach positiver Prüfung der Unterlagen durch das Rechnungsprüfungsamt des Kreises Minden-Lübbecke entlastete die Mitgliederversammlung das Präsidium einstimmig bei zwei Enthaltungen.
Rohlfing blickte zudem auf erfolgreiche Veranstaltungen des vergangenen Jahres zurück, darunter die DGM-Jahrestagung in Gutach sowie die Eröffnungsfeier des Deutschen Mühlentages 2025 in Bad Düben. Präsident Pillich würdigte außerdem den 33. Deutschen Mühlentag in Bad Nauheim und dankte den dortigen Organisatoren für ihr großes Engagement.
Bei den Wahlen wurden Gerald Bost und Christian Meyer einstimmig als Beisitzer im Präsidium bestätigt. Florian Butt schied auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus. Zu seinem Nachfolger wurde Thomas Keil aus Baden-Württemberg einstimmig gewählt.
Breite Diskussion um novellierte Satzung
Einen breiten Raum nahm die Beratung über die Neufassung der Verbandssatzung ein. Die überarbeitete Satzung war von einer eigens eingesetzten Kommission unter Vorsitz des Ehrenvorstandmitgliedes Erhard Jahn mit juristischer Unterstützung vorbereitet worden. Nach ausführlicher Diskussion beschloss die Mitgliederversammlung die Satzungsänderung mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit. Die neue Satzung samt einiger offener Fragen, u.a.aus dem Landesverband Scheswig-Holstein, soll nun dem zuständigen Amtsgericht zur Prüfung vorgelegt werden.
Der Mühlenexperte Rüdiger Hagen warb in der Debatte dafür, die Kräfte stärker auf die eigentlichen Aufgaben des Verbandes zu konzentrieren: den Erhalt der historischen Mühlen und die Pflege des Müllerhandwerks. Dieser Appell fand breite Zustimmung.
Exkusion zu Mühlen begeisterte
Abgerundet wurde die Versammlung durch einen Fachvortrag von Reinhard Kehl zur Mühlengeschichte der Region Gotha sowie durch Exkursionen zu bedeutenden Mühlenstandorten in Thüringen, darunter die Bockwindmühle Ballstädt, die Heiligenmühle Erfurt, die Probstmühle Oberdorla, die Hörselmühle Wutha-Farnroda, die produzierende Zitzmann-Mühle Ingersleben und die Lohmühle Georgenthal samt Museum.
Zum Abschluss der Tagung dankten Präsident Reinhold Pillich und Geschäftsführer Friedrich Rohlfing den Thüringer Mühlenfreunden für die ausgezeichnete Organisation und überreichten dem Vorsitzenden Dr. Thomas Schwarick ein Präsent. Mit herzlichen Worten und viel Humor fand die Jahrestagung einen würdigen Ausklang.
