DGM Mühlen

7. AHA-Stationen

Beispiel: Getreidegarten an der Schweger Mühle In Dinklage 

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In der Nähe der Schweger Mühle befindet sich der von Paul Arlinghaus angelegte und betreute Getreidegarten. Was 2006 mit der spontanen Idee begann, den Kindern zeigen zu können, wie das Korn, das in der Schweger Mühle gemahlen wird, in der freien Natur wächst, ist bis heute zu einem großen Getreidegarten geworden. Hier ist ein buntes Angebot an aktuellem und historischem Getreide sowie Körnerfrüchten auf kleinen Feldern zu finden. Eingerahmt wird das Getreide von Feldblumen und Ackerwildkräutern, die in der Blütezeit ein wunderschöner Anblick und zudem ein Paradies für viele Insekten sind.
Besucher haben hier die Möglichkeit, auf Entdeckungsreise durch die vielfältige Welt des Getreides zu gehen und sämtliche Entwicklungsphasen der Pflanzen zu beobachten und kennenzulernen.

Wenn man die Schweger Mühle besucht, ist man nicht nur fasziniert von der Mühle selbst, dem Heimatmuseum, sondern auch von dem von Herrn Arlinghaus angelegten Getreidegarten. Die Mühle ist außerschulischer Lernort und wird jedes Jahr von ca. 40 Schulklassen aus dem Kreis Vechta besucht. Nachdem in der Schule das Thema „Vom Korn zum Brot“ behandelt wurde, wird den Kinder der praktische Teil der historischen Mühlentechnik und das Müllerwesen nähergebracht. Es wird auch Getreide zu Mehl gemahlen und leckere Sachen daraus gebacken.

Was ist beim Anlegen eines Getreidegartens zu beachten?

Das Anlegen eines eigenen Getreidegartens an der Mühle lässt sich relativ einfach gestalten. Vorausgesetzt man beachtet einige wenige Regeln. Als Flächenbedarf ist je Getreidesorte eine Fläche von ca. 2 x 2 m sinnvoll. Die Aussaatfläche sollte vorher einmal umgegraben bzw. umgepflügt werden, sodass Unkräuter nicht in Konkurrenz zu dem Getreidesaatgut wachsen. Nach dem Umgraben bzw. Pflügen sollte die Fläche geharkt und verdichtet werden. Wenn sie nicht zu groß ist, kann man sie auch mit den Füßen platt treten. Dabei helfen Kinder sicherlich gern. Mit einem Abstand von ca. 15 – 20 cm sind dann z.B. mit einem Stiel Furchen mit einer Tiefe von 2 - 3 cm in die Fläche einzuziehen. Nach dem Einsähen des Saatgutes werden die Furchen wieder geschlossen, in dem man sie mit den Füßen wieder verschließt.

Wann wird was ausgesät?

Die Standardsaatzeiträume für Getreide sind: Wintergerste: Mitte September bis Anfang Oktober. Winterroggen: Ende August bis Mitte Oktober. Winterweizen und Dinkel: Mitte September bis Mitte November. Um alle gleichzeitig zu säten, bietet sich somit der Oktober an. Sommergetreide wie Hafer, Sommergerste, Mais, Einkorn, Emmer, wird im März gesät. Während der Wachstumsphase sollte man evtl. wachsend Unkräuter entfernen, deshalb auch die Aussaat in Reihen. Eine flächendecke Aussaat mit der Hand ist daher auch nicht zweckmäßig. Etwas Düngung kann man machen, muss man aber nicht. Der lokale Landwirt hilft sicherlich bei der Frage.

Woher bekomme ich das Saatgut?

Eine große Vielzahl von Saatgut in kleineren Mengen erhält man z.B. bei dem Saatguthändler Dreschflegel. Dreschflegel bietet Mengen für 1 - 2 m² an. Eine frühzeitige Beschaffung ist sinnvoll. Die landwirtschaftlichen Genossenschaften verkaufen natürlich auch Saatgut der Standardgetreidesorten, bekommt man vermutlich bei den Mengen sogar geschenkt. Alte Sorten, wie Emmer, Einkorn etc. bekommt man hier aber vermutlich nicht.

Informationstafeln

Im Internet bekommt man 3-Minuten-Informatonen mittels Informationstafeln über die Standardgetreidesorten

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Nach Rücksprache mit der IMA dürfen diese kostenlos heruntergeladen werden. Dort gibt es viele weitere Infos und auch ein Saatpaket zu kaufen. Klicken Sie sich durch!

 

Hinweis für Schulen: Übungen online

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Man kann Getreide im Blumentopf oder -kübel aussäen und das Wachstum beobachten.

Wie wäre es, Sie verschenken im Frühjahr einen großen Blumentopf und / oder die passende Menge Getreidesaat an den Kindergarten oder die Schule, verbunden mit der Einladung zum Besuch der Mühle (zur Erntezeit)?

Man braucht:

  • 1 Topf mit Durchmesser etwa 20 – 40 cm mit gutem Gartenboden
  • Saatgut von Sommergetreide
  • Aufkleber oder Stecker mit Schild der Getreidesorte
  • Pflanz- und Pflegeanleitung
  • Einladung zur Mühlenbesichtigung

Sommergetreide wie Hafer oder Sommergerste wird im Frühjahr, etwa im März, in den Boden gesät. Je nachdem, welches Getreide gesät wurde, kann es bereits wenige Monate später, meist ab Juli, geerntet werden. So können die Bauern und Bäuerinnen in der warmen Jahreszeit Erträge erzielen, bevor die Kälte des Winters eintritt. Sommergetreide ist eine wichtige Ergänzung zu Wintergetreide, das erst im Herbst geerntet wird. Zudem kann Sommergetreide auch eine wertvolle Biodiversität in den Feldern schaffen, wodurch Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge angezogen werden.

 

Getreideanbau im Topf:

Du solltest bei der Aussaat nicht zu viele Samen pro Gefäß verwenden. Idealerweise säst Du 3-5 Samen pro Topf mit einem Durchmesser von 9 cm. Dann hast Du optimale Bedingungen für eine gesunde Entwicklung der Pflanzen und es ist später viel leichter, das Pikieren durchzuführen. Wichtig ist auch, dass Du gleich nach der Aussaat die jeweiligen Töpfchen mit Pflanzenetiketten beschriftest. So hast Du immer den Überblick, um welche Sorte und welches Gefäß es sich handelt.

 

Getreideanbau im Beet:

Nährstoffreicher Boden und ein sonniger Standort sind die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Aussaat. Für 10 Quadratmeter Erde brauchst du etwa 85 Gramm Saatgut. Verteile das Getreide gleichmäßig und bedecke es dann leicht mit Erde. Damit sorgst du dafür, dass das Saatgut optimal gedeihen kann. Wenn du möchtest, kannst du neben dem Getreide auch noch andere Pflanzen säen. Auf diese Weise hast du am Ende einen farbenfrohen und artenreichen Garten.

Saattiefe:

Lege das Korn in einer Tiefe von zwei bis drei Zentimetern in den Boden. Zu tiefe Saat kann dazu führen, dass das Korn verrottet, bevor die Pflanze an die Oberfläche kommt. Ist es nicht tief genug in der Erde, holen es sich die Tiere.

Je Mühle und Mühlentag sollte man ca. 5 kg vorhalten. Die Handmühle sollte, wie auf dem Bild sichtbar, auf einem kindgerechten Mahltisch (Abmessung 60x60x60 cm) befestigt werden. Des Weiteren benötigt man noch ein Handsieb und zwei Schalen. Das Mahlgut wird mit dem Handsieb durchgesiebt und der im Sieb verbleibende Rest wieder der Mühle zugeführt.

Auch das durchgesiebte Mehl sollte nicht zum Verzehr verwendet werden.

Die Mühle kann z.B. bei molensteenmakerij Hans Titulaer in Holland erworben werden.

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Moderne Handmühlen

Vom Markt, insbesondere im Internet, werden eine Vielzahl von Handmühlen angeboten, die speziell auch in Schulen und Kindergärten eingesetzt werden.

Der große Vorteil von diesen Handmühlen ist, dass bereits im ersten Mahlvorgang das Mehl sehr feinkörnig ist und auch weiterverarbeitet werden kann.

Durch diese Handmühlen wird den Kindern auch die notwendig aufzubringende Kraft und Ausdauer des Mahlvorgangs anschaulich vermittelt.

Es dauert mit 3 Handmühlen ca. ½ h um 1 kg Getreide zu Vollkornmehl zu mahlen.

Dieses Mehl ist auch zum Verzehr geeignet.

 

Bei der dargestellten Getreidehandmühle handelt es sich um die Kornkraft Farina vom Händler www.getreidemuehlen.de. Preis ca. 200 €

 

Mahltisch

Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, die vorgestellten Mühlen zzgl. eines steinzeitlichen Reibesteins und einem Mörser auf einem Tisch anzuordnen. Der Tisch sollte recht massiv ausgeführt werden und hat einen Durchmesser von 1,4 m. Die Höhe sollte kindgerecht

60 – 65 cm betragen.

 

Weiterverarbeitung des gemahlenen Mehls

Abhängig von der Menge des gewonnenen Mehls können hieraus kleine Brote oder auch Waffeln gebacken werden.

Für 25 Kinder zzgl Lehrerinnen benötigt man für 40 Waffeln:

  • 1 kg Mehl,
  • 500g Butter,
  • 12 Eier
  • 300 g Zucker,
  • 4 Pck. Vanillezucker
  • 4 Prisen Salz
  • 4 TL Backpulver
  • 800 ml Milch
  • und zum bestreuen Puderzucker

 

Da Vollkornmehl mehr Flüssigkeit als normales Mehl benötigt, ist der Flüssigkeitsbedarf evtl. größer. Ein Schuss Mineralwasser in den fertigen Teig verbessert die Fluffigkeit.

Guten Appetit

 

Du siehst Bilder von unterschiedlichen Mühlen. Welcher Text passt zu welcher Mühle?

 

Bockwindmühle

Der gesamte Mühlenkörper kann mit Hilfe eines Sterzes (auch Steert genannt) in den Wind gedreht werden.

 

Göpelmühle

Die Mühle wird mit Hilfe von Mensch oder Tier angetrieben.

 

Motormühle

Die Mühle wird mit Elektroenergie oder Diesel betrieben.

 

Schiffmühle

Sie ist eine unterschlächtige Wassermühle und wird von der Strömung des Flusses angetrieben.

 

Turmwindmühle

Die Mühle hat eine drehbare Haube.

 

Galeriewindmühle

Die Haube ist drehbar. Der Stert reicht bis zu einer Galerie und wird von dort bewegt.

 

Wassermühle

Die Wassermühle ist die älteste, muskelkraftunabhängige Kraftmaschine der Menschheit.

Arbeitsabläufe des Müllers nachvollziehen und bewerten.

 

Abfüllen:

Verschiedene Säcke aus unterschiedlichem Material und von unterschiedlichen Größen und unterschiedliches Füllgut (z.B. Mehl, Schrot, Getreidekörner, Mais) auslegen.

 

Aufgabe:

Anfühlen, betrachten, überlegen (Feinheit des Füllgut einem passenden Sack zuordnen und begründen.

 

Beschaffenheit (Größe, Feinheit, …) des Füllguts und der Säcke:

Welches Füllgut passt gut in welchen Sack? Warum?

 

Volumen: Gefüllte Säcke von gleichem Gewicht, aber in unterschiedlichen Größen zeigen.

Wie kommt es zu den Unterschieden?

 

Lagerung/Feuchtigkeit

Was passiert mit dem Füllgut, wenn Säcke feucht oder nass werden?

 

Säcke sind wertvoll! Sie wurden mehrfach verwendet, geflickt, gewaschen und gekennzeichnet. Sie haben eine Schüttnase. Beispielsack zeigen!

 

Heben:

Aufgabe: Einen 25-kg-/ 50-kg- / 100-kg-Sack betrachten und versuchen anzuheben. Wie viel Gewicht hat wohl ein Müller tragen müssen?

 

Tragen:

Wer kann welchen Sack tragen?

Wie trägt man einen Sack am besten? Überlegen, vormachen, nachmachen.

Beispiel: Wilhelm Busch`s Zeichnung von Bauer Mecke in der Kornkammer.

 

Information: Damit Kinder diese Aufgabe bewältigen können, entsprechend leichtere Säcke bereitstellen. Ein Kind wiegt durchschnittlich im Alter von 6 Jahren: 24 kg / 7 Jahren: 27 kg / 8 Jahren 30 kg / 9 Jahren 34 kg / 10 Jahren 38 kg / 11 Jahren 43 kg 12 Jahre 48 kg / 13 Jahren 54 kg / 14 Jahren 60 kg

 

Wie funktioniert der Sackaufzug?

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Die Räumlichkeiten einer Mühle sprechen an sich schon die Fantasie an. Mit passender Dekoration zu den zu erwartenden Geschichten kann man den Eindruck noch vertiefen. Hier ein paar Anregungen

 

Der gestiefelte Kater:

Ein Paar Stiefel, Wanderstab und Beutel, Zaubermantel und Spitzhut, Katze und Maus

 

Max und Moritz

Kornsack mit den Füßen von Max und Moritz (Pappe), Max und Moritz im Kornhaufen

 

Geräusche einer laufenden Mühle einspielen

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Auslage: Beispiele aus nachfolgenden Verwendungsmöglichkeiten

Stroh

  • als Viehfutter oder Einstreu
  • zum Weben (wie z. B. Strohhüte oder Körbe) und Basteln (Strohsterne, Puppen)
  • als Baustoff in Betonmischungen oder Lehm
  • zum Isolieren oder als Verpackungsmaterial für den Transport zerbrechlicher Gegenstände
  • Verwendung als Faser zur Papierherstellung
  • zum Mulchen (Bsp. Erdbeerfeld)

 

Aha- Ideen:

  • Stroh hält warm
  • Auf einem Strohballen/-sack sitzen: Fühlt es sich kalt oder warm an beim Sitzen?
  • Vergleich: Sitzen auf einem Stein / Steinstufe / …  

 

Tiere lieben Stroh: Ohrwurm-Hotel basteln
Pflanzenschäden lassen sich vermeiden, wenn man den Ohrwürmern eine Behausung anbietet. Als Ohrwurmhotel haben sich mit Stroh oder Holzwolle gefüllte Blumentöpfe bewährt. Haben die Ohrwürmer ihr Tagesversteck entdeckt, lassen sie sich immer wieder zu den Bäumen oder Beeten transportieren, auf denen genug Blattläuse zum Vernaschen sind.

Link Ohrwurmhotel >>

Link Ohrwurmhaus >>
 

Wie entstehen Strohballen?

Strohballen: Sendung mit der Maus: Strohballenknoter

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Material: Mühle im Arbeitsmodus

 

Aufgabe: Hören: (Augen schließen) und Geräusche und Schwingungen in der Mühle wahrnehmen, Rhythmus des Rüttelschuhs, das „Klappern der Mühle“

  • Was hast du wahrgenommen?

 

Aufgabe: Den Rhythmus des Mahlwerks aufnehmen durch Klatschen, Stampfen, Singen

  • Erweitert: Rhythmus in einen Arbeitstakt übertragen (Schritt- oder Klatschfolgen entwickeln, etwas in einer Reihe weiterreichen)

 

Erkenntnis: Aufgabe des Müllers: Hören, ob eine Maschine einwandfrei läuft, Vorkehrungen treffen. Rhythmus hilft Gemeinschaftsaufgaben zu takten und zu bewältigen.

 

Lied: Es klappert die Mühle ….

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach
Klipp klapp.
Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach
Klipp klapp.
Er mahlet das Korn zu dem kräftigen Brot
Und haben wir dieses, so hat´s keine Not
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp

Flink laufen die Räder und drehen den Stein,
Klipp klapp!
Und mahlen den Weizen zu Mehl uns so fein,
Klipp klapp!
Der Müller, der füllt uns den schweren Sack
Der Bäcker das Brot und den Kuchen backt,
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp.

Wenn goldene Körner das Ackerfeld trägt,
Klipp klapp!
Die Mühle dann flink ihre Räder bewegt,
Klipp klapp!
Und schenkt uns der Himmel nur immer das Brot,
So sind wir geborgen und leiden nicht Not,
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp.

Text: Ernst Anschütz (1824)

Beobachtungsaufgaben am sich drehenden Mühlrad:

  • Wo trifft das Wasser auf das Wasserrad?
  • In welche Richtung dreht sich das Rad?

 

Schau dir diese Wasserräder an! (Grafik zeigen)

Wie nennt man beim Wasserrad die Wasserzufuhr von oben / von der Mitte / von unten in der Fachsprache der Müller?

Welches Wasserrad muss im Fluss stehen?

Welches passt zu unserer Mühle?

 

Alternativ: Beobachtungsaufgaben wie oben am (selbst)gebauten Wasserrad.

Material:  Wasserrad, Halterung, Grießkanne, Auffangschale

Versuch: Wasserzufuhr mit Gießkanne variieren und Drehrichtung beobachten

Wasserrad bauen aus Flaschendeckeln und CDs https://www.youtube.com/watch?v=NSx6KJKI54I

 

Weitere Anleitungen zu Wasserrädern

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Material:
Betrachtung Kleiekotzer in der Mühle oder auf Fotos / Darstellung bei W. Busch „Max und Moritz“

Information:
Kleiekotzer (auch Mühlgötze, Mühlgosche oder Schreckkopf genannt) waren in alten Getreidemühlen Bestandteil des Beutelkastens. Dieser Kasten nahm das Produkt auf, das aus dem Mahlgang herunterfiel und in den Rüttelbeutel geleitet wurde. Diese einfache Siebung trennte dabei das Mehl von der Kleie, die dann aus dem holzgeschnitzten Kleiekotzer ausgeschieden wurde. Die oft kunstvoll geschnitzten, meist fratzenhaften Gesichter mit offenem Mund waren auch die Schutzgeister der Mühlen.

Fragen:
Wo ist der Kleiekotzer angebracht? Was kommt aus seinem Mund? Was ist Kleie? Wie sieht er aus? Wie wirkt er auf dich? Was soll der Kleiekotzer wohl bewirken? Wie gelingt das?

Aufgabe:
Male einen Kleiekotzer! / Forme einen Kleiekotzer! (Knete / Ton / Salzteig)

Mit Mühlensprache oder Flügelsprache konnte der Windmüller, wenn die Mühle stillstand, durch die Stellung der Mühlenflügel verschiedene Nachrichten (Signale) geben. Das Signal konnte man von Weitem sehen. Der Müller zeigte damit an, ob er Pause macht oder schon Feierabend hat. Sogar Familienereignisse konnte er damit anzeigen, z.B. wenn etwas gefeiert wurde oder jemand gestorben war. Die Bedeutung der Signale war regional durchaus unterschiedlich.

Im Straßenverkehr gibt es auch eine besondere Sprache („Straßenverkehrssprache“). Was könnte das sein?

Gibt es auch besondere Verkehrszeichen oder Signale in der Seefahrt?

Arbeitsabläufe des Müllers nachvollziehen und bewerten.


Wiegen:
Sackwaage mit Gewichtstücken

Aufgabe: Säcke oder sich gegenseitig wiegen

 

Notieren:

Notizblatt oder Tafel mit Kreide

Der Bauer hat oft mehrere Säcke Korn abgegeben. Kerbholz oder Kladde zeigen. Das Kerbholz diente als buchhalterischer Nachweis für die durch den Bauern angelieferte Sackanzahl an Getreide. Später wurde in einer Kladde Buch geführt. Heute gibt es automatisierte Wägetechnik mit Anschluss an die Datenverarbeitung, die elektronische Nachweisführung / Buchhaltung.

Aufgabe: Gewichte auf einer Tafel oder in einem Notizblatt eintragen.

Sackwaage (Dezimalwaage)

Eine Dezimalwaage, auch Dekawaage oder Dezimalbrückenwaage genannt, ist eine zu einer Brückenwaage abgewandelte Balkenwaage.

 

Man kann mit ihr recht einfach schwere Gegenstände (m) wiegen, da als Messgewicht nur ein Zehntel (Dezi = 1/10) der zu wiegenden Masse aufgebracht werden muss. Sie kam in der Landwirtschaft bzw. im Handel zum Wiegen von Kartoffel- oder Mehlsäcken oder von Vieh zum Einsatz.

Das Wägegut wird auf eine Platte (Brücke) gelegt. Die Brücke hängt an einem ihrer Enden an der Lastseite des Waagebalkens. An ihrem anderen Ende stützt sie sich auf einen einarmigen Hebel, der an seinem Drehpunkt mit dem Waagegestell bzw. Boden verbunden ist. Die Hebelverhältnisse sind so gewählt, dass die Gewichtkraft des Wägeguts durch zehnmal kleinere Wägegewichte ausgeglichen wird. Der einarmige Zusatzhebel ist erforderlich, damit das Wägegut unabhängig von der Lage des Wägeguts auf der Brücke ist.

 

Hinweis: Besonders geeignet für Wassermühlen

 

Für Kindergruppen:

Ziel dieser Einheit: Die Kraft der Natur verdeutlichen; Umweltbedingungen menschlichen Alltags und Lebens verdeutlichen.

Vorbemerkungen: Wisst ihr, weshalb sich unsere Mühle bewegt? – Antwort: Das Wasser treibt die Mühle an.

Genau, unsere Mühle wird von der Kraft des Wassers angetrieben. Wasser kann aber nicht nur Mühlen antreiben.

 

Was kann Wasser noch alles?

Mit Wasser kann man sich waschen. Wasser braucht man zum Zähneputzen.

Wasser kann man trinken. Darum ist Wasser lebensnotwendig.

Auf Wasser kann man Sport treiben, zum Beispiel Boot fahren. Oder man kann im Wasser schwimmen.

Wasser kann schützen: Viele Burgen und Schlösser waren früher mit einem Wassergraben gegen Feinde gesichert.

Wasser kann gesund machen: Es gibt Quellen mit heilender oder gesundheitsfördernder Wirkung.

Wasser kann auch gefährlich sein: Im Wasser kann man ertrinken.

Außerdem können Flüsse, Bäche oder Meere für Überflutungen und große Zerstörungen sorgen.

 

Für Erwachsene:

 

Vielerorts haben Wassermühlen eine Ortschaft geprägt. Dabei mussten bei der Anlage von Wassermühlen häufig wasserbauliche Maßnahmen ergriffen werden; der Mensch griff dazu bereits vor Jahrhunderten massiv in seine Umwelt ein. Auch Rittergüter wurden mit einem Wassergraben umgeben, um sich vor feindlichen Übergriffen zu schützen. Zugleich barg das Wasser Gefahren: Selbst kleine Bäche konnten über die Ufer treten und für Überschwemmungen sorgen. Insofern sind Wassermühlen auch historische Zeugen einer vielschichtigen Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt.

 

An dieser Stelle könnten Beispiele für Rittergüter, Bachläufe, Überschwemmungen etc. aus der eigenen Ortschaft ergänzt und in Beziehung zueinander gesetzt werden. Als Beispiel dient im Folgenden die Gutswassermühle Bad Holzhausen (Stadtteil von Preußisch Oldendorf)

 

Das im 16. Jahrhundert entstandene Rittergut Holzhausen (heute Bad Holzhausen in der Stadt Preußisch Oldendorf) prägte über Jahrhunderte hindurch in vielfacher Hinsicht den Ort. Zahlreiche Gehöfte zählten zur Grundherrschaft dieses Adelssitzes. Das Getreide dieser Bauern und das auf den gutseigenen Ländereien gewonnene Korn ließen die Adligen in ihrer eigenen Mahlanlage verarbeiten: ihrer Gutswassermühle, die ebenfalls schon im 16. Jahrhundert als von Wasser betriebenes Mahlwerk errichtet wurde.

Holzhausen und das Wasser – das ist ohnehin eine besondere Beziehung. Das Kirchdorf wird von der Großen Aue durchflossen, die ihren Quellursprung im Wiehengebirge hat. Die Kraft des Wassers trieb einst zahlreiche Mühlen an. Allein im Kirchspiel Holzhausen klapperten drei wasserbetriebene Anlagen an ihren Ufern. Deshalb verwundert es kaum, dass die Zeitgenossen dem Fließgewässer den Namen „Mühlenbach“ gaben. Das Wasser dieses Baches speiste übrigens auch die Gräften der Holzhauser Adelshäuser. Die Errichtung dieser Gräben erforderte umfassende wasserbauliche Maßnahmen – etwa mussten Abzweige, Umlegungen oder Deiche angelegt werden. In diesem Zusammenhang schuf man außerdem eine Staustufe und eine Umflut an der Holzhauser Gutsmühle. Einen Stauteich hoben dagegen die Besitzer der Crollager sowie der Ölmühle im Dorfkern aus. Der Betrieb der Mahlanlagen erforderte also massive landschaftliche Veränderungen.

Die Wucht des Wassers sorgte jedoch im Laufe der Zeit nicht nur für gefüllte Mehlsäcke, sondern besaß stets ein erhebliches Zerstörungspotenzial. Mehrfach wurde der Ort von schweren Überflutungen heimgesucht, die Ernten vernichteten, Wiesen überschwemmten und Leinen von den Bleichen spülten. Sichtbares Zeichen einer verheerenden Flut ist eine am Herrenhaus des Gutes Holzhausen angebrachte Hochwassermarke, die den Pegelstand am 26. Juni 1885 zeigt. Das Wasser richtete an diesem Tag derart dramatische Schäden an der Gutsmühle an, dass diese abgebrochen und drei Jahre später an gleicher Stelle neu errichtet werden musste.

Außerdem besitzt das Wasser für Holzhausen eine besondere Bedeutung, da hier schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts mineralische Heilquellen entdeckt wurden.